Wertvolle Trauerarbeit

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Dass eine anonyme Bestattung angestrebt wird, hat in den meisten Fällen finanzielle Gründe. Wenn der Betroffene selbst noch zu Lebzeiten Verfügungen über seine Bestattung trifft und dabei eine anonyme Bestattung wünscht, steht oft der Gedanke im Vordergrund, den Angehörigen den langjährigen Aufwand der Grabpflege zu ersparen und die Kosten für Grabstätte und Grabstein zu vermeiden. Den wenigsten Menschen ist aber bekannt, dass die Gebühren für die Einäscherung oder die Erdbestattung trotzdem anfallen. Der Einsparungsfaktor für die Beerdigung selbst ist also gar nicht so groß.

Für Hinterbliebene ist es zudem im Laufe der kommenden Jahre schwierig, keinen Ort zu haben, den sie mit dem Verstorbenen in Verbindung bringen können. Ein Grab kann besucht werden, aber bei einer anonymen Bestattung gibt es kein offizielles Grab. Der Sarg mit dem Leichnam oder die Urne wird im anonymen Gräberfeld auf öffentlichen Friedhöfen beigesetzt, ohne dass eine Kennzeichnung der Stelle stattfindet. Ein ähnliches Problem haben auch die Angehörigen eines Verstorbenen, der eine Seebestattung gewünscht und verfügt hat. Zwar erhalten die Hinterbliebenen ein Dokument, auf dem die genauen Koordinaten der Stelle verzeichnet sind, an der die Urne ins Wasser gelassen wurde, aber es besteht gleichzeitig die sichere Kenntnis darüber, dass von der Urne und dem Inhalt nichts mehr übrig ist. Denn das Urnengefäß für eine Seebestattung besteht aus einem wasserlöslichen Material. Nach und nach löst sich die Urne auf und gibt den Inhalt frei. Menschen, die für sich eine Seebestattung wünschen, schätzen oft den wichtigen Aspekt der Trauerarbeit für die Hinterbliebenen nicht richtig ein. Ein offenes Wort in der Familie zur rechten Zeit kann Unsicherheiten in dieser Hinsicht beseitigen.

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