Die Handschuhe mit dem Stern

pinit fg en rect gray 20 Die Handschuhe mit dem Stern

Aus der Kindheit und Jugend sind sie einfach nicht wegzudenken. Wenn es kalt wurde, holte Muttern die Fausthandschuhe aus der Schublade und bestand darauf, dass der Nachwuchs sie auch trug. Je kleiner das Kind, desto besser klappte das. Die beiden Fäustlinge waren damals zumeist noch mit einem Band verbunden, das hinter dem Kopf des Kindes vorbei geführt wurde. So konnte garantiert keiner der beiden Handschuhe verloren gehen.

Problematischer wurde es dann allerdings mit zunehmendem Alter der Kinder. Fausthandschuhe galten eine Zeit lang irgendwie als altmodisch. Schuld daran war wohl das traditionelle norwegische Muster mit Schneesternen: Es änderte sich allenfalls in den Farben, ansonsten blieb es jedoch konstant. Heute nennt man so ein bewährtes Design einen “Klassiker” und das ist tatsächlich für die Fausthandschuhe der gerechtere Begriff. Denn eines muss man ihnen lassen: Auf ihr Äußeres ist Verlass und auf ihre wärmenden Qualitäten auch. Kein Handschuh lässt sich schneller überstreifen als der Fäustling. Kein Handschuh bietet mehr Platz – man kann in einem Fäustling immer noch eine Fast ballen, sich die Finger reiben (falls sie trotzdem noch kalt sein sollten), man kann einen Liebesbrief umklammern und Süßigkeiten darin aufbewahren. Lauter Dinge, die mit einem Fingerhandschuh natürlich völlig unmöglich sind.

Während Fäustlinge eine Zeit lang nicht gerade sehr populär waren, erleben sie in diesem Winter ein echtes Comeback. Die Mode hat die Weichen für “Ethno”-Trends gestellt, volkskundliche Muster sowie Anleihen bei Trachten haben deshalb jetzt Hochkonjunktur. Und so kommt auch der gute alte Fausthandschuh mit seinen skandinavischen Ursprüngen und mit seinen unvergänglichen Schneesternen wieder zu neuen Ehren.


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